Szene aus Tangles – Durcheinander

Synopsis

Die zahlreichen Alzheimer-Filme der vergangenen Jahre fanden nur selten wirklich überzeugende Bilder für den Prozess des Vergessens. Ganz anders „Tangles - Durcheinander“, vielleicht weil der Animationsfilm das konsequenteste Medium dafür sein kann: Ein Strich lässt sich ausradieren. Ein Gesicht kann seine Konturen verlieren, lange bevor der Mensch verschwindet. Für die junge queere Sarah, die im San Francisco der späten 1990er-Jahre lebt, ist das Zeichnen aber erstmal das Versprechen einer großen Zukunft. Ihre ersten Illustrationen finden Beachtung und mit Donimo wächst eine neue Liebe. Doch im Elternhaus in Maine bemerkt sie, dass ihre Mutter Midge nicht mehr dieselbe ist. Die Diagnose Alzheimer zwingt Sarah zurück in eine Familie, die mit dem Unbegreiflichen ganz unterschiedlich umgeht.

Ganze zehn Jahre arbeitete die Kanadierin Leah Nelson an ihrem Debüt, einer Adaption von Sarah Leavitts autobiografischer Graphic Novel. Ihre handgezeichneten Schwarzweißbilder wirken zunächst fast beiläufig, doch plötzlich brechen Farben herein, verschieben sich Räume, zerfallen Körper. Eine Treppe dehnt sich ins Endlose. Das Gedächtnis wird hier nicht erklärt, sondern als Verlust erfahrbar. Nelson bleibt dabei konsequent bei der Tochter, ihrer Überforderung, ihrer Wut und jenem schmerzhaften Humor, mit dem Familien das Unerträgliche manchmal aushalten. „Tangles“ ist nicht das nächste rührselige Krankheitsdrama, viel mehr ist der Film eine bewegende Arbeit über Erinnerung und das allmähliche Abschiednehmen.

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