Szene aus I’ll Be Gone in June

Synopsis

Für viele waren und sind die Vereinigten Staaten von Amerika ein großes Versprechen. Auch für die 16-jährige Franny. Als Austauschschülerin aus Brandenburg landet sie 2001 in New Mexico, weit entfernt von den glitzernden Städten ihrer Träume. Die kargen Straßen verlieren sich in der staubigen Wüstenlandschaft. Franny betrachtet diese seltsame Welt durch den Sucher ihrer kleinen Kamera und verliebt sich in den schweigsamen Elliott. Doch dann kommen die Anschläge vom 11. September. Plötzlich schlägt die amerikanische Zuversicht in Misstrauen um, Patriotismus wird zur Pflicht, und selbst die unbeschwerten Tage der Jugendlichen tragen einen schweren Schatten.

Regisseurin Katharina Rivilis verarbeitet in ihrem Spielfilmdebüt eigene Erfahrungen als Austauschschülerin in New Mexico und erzählt vom Erwachsenwerden als einem doppelten Verlust der Unschuld. Sie blickt auf ihre Figuren mit einer Zärtlichkeit, die nie nostalgisch wird. Ihre Welt existiert noch ohne Smartphones, aber längst nicht mehr ohne Angst. Und Kamerafrau Giulia Schelhas findet dafür Bilder von schmerzhafter Schönheit: sonnenverbrannte Hügel und Gesichter zwischen Trotz und Sehnsucht. Dass gerade Wim Wenders den Film mitproduziert hat, ist kein Zufall: Auch in seinem Kino verbarg sich hinter Amerikas grenzenloser Weite oft eine große Verlorenheit. Doch während Wenders von der Enttäuschung amerikanischer Sehnsüchte erzählte, zeigt Rivilis ein Land, das seinen eigenen Verheißungen nicht mehr glaubt.

Vorstellungen

  • So., 29.11., 19:45

    Kino in der KulturBrauerei | Saal 7 | Mit Gast

  • Mo., 30.11., 20:00

    Delphi Lux | Saal 4

Ebenfalls im Programm