Szene aus Objet a

Synopsis

Die aus Tel Aviv stammende Berliner Regisseurin Ann Oren ist die große Objektfetischistin des europäischen Autorenkinos. Schon in ihrem Debütfilm „Piaffe“ ließ sie einer Frau einen Pferdeschweif wachsen und machte Verwandlung zum erotischen Abenteuer. Mit „Objet A“ treibt sie diese Fantasie auf die Spitze. Ingeborg und Adam sind Handchirurgen, die mit Pilzen menschliche Haut züchten. Privat leben sie in einem Kosmos aus Ritualen, Machtspielen und Fetischen. Ingeborg stiehlt Gegenstände, Adam möchte selbst zum Objekt werden. Erst ein Unfall und die Begegnung mit Gaia bringen ihre Ordnung ins Wanken. Selbst Ingeborgs neue Beinprothese wird plötzlich zum begehrten Fetisch, während der Klimawandel die Erde in Temperaturextreme treibt.

Gedreht auf körnigem 16mm, macht Oren aus Händen, Pilzen, Holz und Haut eine sinnliche Welt, in der jede Berührung zum Versprechen wird. Aenne Schwarz und Louis Hofmann spielen dieses Paar mit mutiger körperlicher Hingabe: nackt, verletzlich, wild. Ihrer Sucht nach Kontrolle steht eine Welt gegenüber, die im Klimakollaps ihre vertrauten Formen verliert. Die erotischen Eskapaden werden so zur Trauerarbeit an Dingen, die sich vielleicht längst nicht mehr retten lassen. Wie Oren all das in rauschhaft zwingende Bilder webt, macht „Objet A“ zu einer der wildesten Seherfahrungen von Locarno. Ein grotesker und melancholischer Film über das Begehren am Ende der Welt.

Ebenfalls im Programm