Szene aus Nobody’s Violence

Synopsis

Der kanadische Autorenfilmer Denis Côté gehört zu den großen Einzelgängern des Gegenwartskinos. Seine Filme betreten Orte der Einsamkeit, an denen Gewalt und Verzweiflung jederzeit hervorbrechen können. Sein neuer Film „Nobody’s Violence“, im Wettbewerb von Locarno gezeigt und mit einer lobenden Erwähnung für Darsteller Xavier Bergeron bedacht, führt diese Obsession diesmal bis an die äußerste Grenze: an den Tod.

Die enigmatische Mira reist mit ihrem Hund durch Kanada. Sie klingelt bei Fremden, zieht schwarze Handschuhe über und reicht ihnen tödliches Gift. Eine geheimnisvolle Organisation vermittelt diese Begegnungen, die Côté mit erschreckender Nüchternheit inszeniert. Doch Todesengel Mira gerät an ihre professionellen Grenzen, als sie einem jungen Mann begegnet, der in ihr Gefühle auslöst, die sie nicht kannte. Tief in den kanadischen Wäldern wird sie ihren Berufsethos überdenken müssen, was Côté zu einer Meditation über die Frage macht: Was geschieht mit einem Menschen, dessen Alltag darin besteht, anderen beim Sterben zu helfen?

In haptisch-flirrenden 16mm-Bildern lässt der Kanadier Miras Welt wie eine düstere Erinnerung erscheinen. Nicht zufällig schrieb Côté das Drehbuch zum Film nach einer lebensbedrohlichen Diagnose. Das Ergebnis ist ein exzentrischer Thriller, der zu einer eigentümlichen Studie über die Freiheit im Angesicht des Todes wird. Ein Film voller Falltüren, der zeigt, warum Denis Côté im Weltkino so unverwechselbar bleibt.

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