Szene aus Ein langer Winter

Synopsis

Der Winter rückt näher, und in den Bergen Colorados liegt eine Stille, die nichts Friedliches hat. Auf einer abgelegenen Farm züchtet Lester Kaninchen und Hühner, während seine Frau Louise von einem anderen Leben träumt. Ihr Sohn Mike möchte am liebsten, dass alles bleibt, wie es ist. Doch als der jüngere Bruder zum Koreakrieg aufbricht und Louise nach einem Streit in der aufziehenden Kälte verschwindet, bricht die mühsam bewahrte Ordnung zusammen. Vater und Sohn suchen vergeblich nach ihr. Dann beginnt das lange Warten auf die Schneeschmelze.

Der britische Regisseur Andrew Haigh verwandelt in „Ein langer Winter“ eine Erzählung des irischen Schriftstellers Colm Tóibín in einen ungewöhnlichen Winterwestern, in dem die Weite der Rocky Mountains zur eisigen Falle wird. Louises Abwesenheit verändert alles: Der Vater verliert seine Autorität, Mike entdeckt in der Begegnung mit einem jungen Nachbarn ein Begehren, für das ihm bislang die Worte fehlten. Sprich: Ausgerechnet die Katastrophe eröffnet den Männern eine Möglichkeit eines anderen Lebens. Wie schon in seinen beeindruckenden Filmen wie „45 Years“ und „All of Us Strangers“ (bei 14 Films 2024) interessiert Haigh, was Menschen einander verschweigen, selbst wenn sie sich lieben. Seine Bilder bewahren die Schönheit einer Landschaft, die nichts vergibt. „Ein langer Winter“ ist ein Film über die Grausamkeit des Wartens und über die Ungewissheit des Verlusts.

Vorstellungen

  • Fr., 04.12., 19:45

    Kino in der KulturBrauerei | Saal 3 | Mit Gast

  • Sa., 05.12., 20:00

    Delphi Lux | Saal 2

Ebenfalls im Programm