Szene aus If I Go Will They Miss Me

Synopsis

Sehnsüchtig wartet der zwölfjährige Lil Ant auf seinen Vater Big Ant, der nach vielen Jahren im Gefängnis wieder ins Problemviertel Watts in Los Angeles zurückkehrt. Der Junge verehrt seinen Vater wie einen Helden. In seinen Augen verwandeln sich Familienmitglieder sogar in Figuren der griechischen Mythologie. So wird der Vater zu Poseidon, die Mutter zu Medusa, während über den Häusern von Watts Jungen wie Geister schweben. Doch Big Ant ist kein Gott, sondern ein Mann, der mit seiner Vergangenheit ringt. Er fürchtet, Lil Ant könnte dieselben Fehler begehen wie er selbst, und kann die Zuneigung des Sohnes kaum erwidern.

Regisseur Walter Thompson-Hernández erweitert in „If I Go Will They Miss Me“ seinen 2022 in Sundance ausgezeichneten Kurzfilm zum Langfilm. Dabei erinnert sein Blick auf schwarze Lebenswelten in seiner Behutsamkeit an Barry Jenkins Meisterwerk „Moonlight“. Thompson-Hernández sucht mit großer Zärtlichkeit nach dem, was Vater und Sohn einander nicht sagen können. Aber ihn interessiert nicht nur die Verletzlichkeit seiner Figuren, sondern auch ihr Recht auf Fantasie. Griechische Götter gehören hier genauso zu Watts wie die Flugzeuge am Himmel. Ein magisch-realistischer Traum von einem Film, der den vertrauten, klischeebeladenen Elendsbildern die Freiheit kindlicher Vorstellungskraft entgegensetzt. Nach der Weltpremiere in Sundance folgten Jurypreise u.a. in Dallas und Bentonville.

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