Szene aus Lovers Sleep Alone

Synopsis

Wer schläft, muss niemandem erklären, wer er ist. Vielleicht beobachtet der 33-jährige Iman gerade deshalb nachts die Lastwagenfahrer hinter ihren Fensterscheiben: Männer, die für einen Augenblick jene Ruhe finden, die ihm selbst fehlt. Vor Jahren floh er aus Iran, brach mit seiner Familie und lebt nun in Berlin, zwischen zwei Jobs als Altenpfleger und Arbeiter in einer Lkw-Waschanlage. Im Park trifft er einen Mann für flüchtigen Sex. Tagsüber erfindet er Geschichten über sein Leben. Als seine Cousine Maneli aus Teheran zu Besuch kommt, öffnet sich ein Spalt in dieser sorgfältig errichteten Einsamkeit. Sie reden, gehen schwimmen, schlafen im Wald – eine Nähe, die nichts verlangt.

Der iranische Regisseur Massih Parsaei macht aus seinem Spielfilmdebüt kein konventionelles Exildrama, sondern eine Studie über die Kunst, unsichtbar zu bleiben. In einem überraschend winterlichen Berlin erzeugt der Film mit langen, distanzierten Einstellungen, die hin und wieder an die frühen Filme der Berliner Schule erinnern, eine dichte Atmosphäre der Entfremdung. Die Stadt wird hier zur zweiten Hauptfigur. Menschen laufen nebeneinander, ohne einander zu begegnen; fremde Gespräche begleiten seine ziellosen Wege. „Lovers Sleep Alone“ fragt, wie ein Mensch neu anfangen kann, wenn selbst die Freiheit noch von alten Ängsten bewohnt wird.

Vorstellungen

  • So., 29.11., 17:15

    Kino in der KulturBrauerei | Saal 7 | Mit Gast

Ebenfalls im Programm