Szene aus Falling House

Synopsis

Die Abrissbagger stehen schon vor der Tür, doch Rashid will nicht weichen. Sein bescheidenes Haus am Rand Teherans muss einer neuen Schnellstraße Platz machen. Auch im Innern bröckelt seine Welt: Der Gefängniswärter wird vom Dienst suspendiert, und seine älteste Tochter Ensi plant heimlich, das Land zu verlassen, um in der Türkei als Model zu arbeiten. Für Rashid ist das Verrat. Er tut alles in seiner Macht Stehende, um Ensi davon abzuhalten, ihre Entscheidung in die Tat umzusetzen. Als die Planierraupen immer näher rücken, eskalieren die Spannungen innerhalb des Haushalts weiter.

Regisseur Mohsen Gharaei („Blockage“) macht aus dieser klaustrophobischen Versuchsanordnung eine ebenso wütende wie beklemmende Parabel auf den heutigen Iran. Draußen verändern Bagger die Stadt, drinnen versucht ein Vater, seine Autorität gegen den Willen der Frauen zu retten. Die Türen bleiben verschlossen, die Zimmer werden enger, und jedes Gespräch wird zum Kampf um das Recht, das eigene Leben zu bestimmen. Gharaei zeigt dadurch, wie die Gewalt eines politischen Systems bis in die intimsten Familienbeziehungen hineinwirkt. Was Rashid als Ende seiner Welt erlebt, könnte für Ensi der Anfang ihrer eigenen sein. Vor allem Darstellerin Laleh Marzban gibt hier der tiefen Sehnsucht nach Freiheit eine eindringliche Gestalt. Für ihre Darstellung der Ensi erhielt sie im Orizzonti-Wettbewerb von Venedig den Preis als beste Schauspielerin.

Vorstellungen

  • Mi., 02.12., 19:45

    Kino in der KulturBrauerei | Saal 5 | Mit Gast

  • Sa., 05.12., 17:00

    Delphi Lux | Saal 4

Ebenfalls im Programm