Szene aus Saint Omer

Synopsis

Rama (Kayije Kagame), Literaturprofessorin und Schriftstellerin aus Paris, fährt nach Saint-Omer in Nordfrankreich, um einen Prozess zu beobachten. Angeklagt ist Laurence Coly (Guslagie Malanda), eine junge Senegalesin und Studentin, die ihre fünfzehn Monate alte Tochter an einem Strand zurückgelassen hat, damit die Flut sie holt. Rama will daraus ein Buch machen, eine moderne Medea. Doch je länger sie zuhört – der Angeklagten, der Richterin, der Verteidigerin –, desto mehr rückt ihre eigene Geschichte ins Bild: Rama ist schwanger, und ihr Verhältnis zur eigenen Mutter, zu Frankreich, zum bevorstehenden Kind hält der Verhandlung nicht stand. „Saint Omer” von Alice Diop (Frankreich 2022) ist ein Gerichtsfilm, in dem das Urteil nicht das Wichtigste ist.

Die Französin Alice Diop, Tochter senegalesischer Eltern und bis dahin Dokumentarfilmerin, hat 2016 selbst den Prozess gegen Fabienne Kabou verfolgt. Da im Gerichtssaal keine Kameras erlaubt waren, hat sie ihr Erlebnis des Zuhörens als Fiktion nachgebaut. Premiere im Wettbewerb von Venedig 2022, wo der Film den Silbernen Löwen – den Großen Preis der Jury – und den Luigi-De-Laurentiis-Preis für das beste Debüt erhielt. Bei Around the World in 14 Films lief „Saint Omer” 2022 in Berlin in der Sektion Special German Premiere.

Festival

Gezeigt in der 17. Ausgabe von Around the World in 14 Films, 2022.

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