
- Rumänien
R.M.N.
Synopsis
Wenige Tage vor Weihnachten kehrt Matthias (Marin Grigore) aus Deutschland in sein Dorf in Siebenbürgen zurück, nachdem er dort seinen Vorgesetzten niedergeschlagen hat, der ihn rassistisch beleidigte. Zu Hause warten seine entfremdete Frau Ana, sein Sohn Rudi, den Ängste plagen, sein alter Vater Otto – und Csilla (Judith State), seine frühere Geliebte, die die kleine Brotfabrik des Ortes leitet. Weil kein Einheimischer für den gebotenen Lohn arbeiten will, stellt die Fabrik drei Arbeiter aus Sri Lanka ein. Das genügt: In dem multiethnischen Dorf brechen Ängste auf, die niemand mehr für möglich gehalten hätte. „R.M.N.” von Cristian Mungiu (Rumänien 2022) beobachtet, wie aus Unbehagen Hass wird.
Der Rumäne Cristian Mungiu inszeniert mit kalter Präzision: Der Titel meint die Magnetresonanztomographie, und der Film ist, so Mungiu, ein Hirnscan, der sucht, was unter der Oberfläche liegt. Kern ist eine Dorfversammlung im Kulturhaus, gut eine Viertelstunde in einer einzigen Einstellung, in der die Bewohner die Ausweisung der Fremden fordern und im selben Atemzug von ihren eigenen Jahren als Arbeitsmigranten erzählen. Vorbild war ein realer Vorfall im Dorf Ditrău im Jahr 2020. Premiere im Wettbewerb von Cannes 2022. Bei Around the World in 14 Films lief „R.M.N.” 2022 in Berlin.
Festival
Gezeigt in der 17. Ausgabe von Around the World in 14 Films, 2022.
























