Szene aus An Einem Schönen Morgen

Synopsis

Sandra (Léa Seydoux) ist 35, Übersetzerin, und lebt mit ihrer achtjährigen Tochter Linn in einer kleinen Pariser Wohnung; ihr Mann ist vor fünf Jahren gestorben. Ihr Vater Georg (Pascal Greggory), ein ehemaliger Professor, leidet an einer neurodegenerativen Krankheit, die ihm erst das Sehen, dann das Denken nimmt. Während Sandra mit ihrer Mutter (Nicole Garcia) nach einem Pflegeplatz sucht, begegnet sie Clément (Melvil Poupaud), einem alten Freund der Familie. Er ist verheiratet, und doch beginnt zwischen den beiden etwas, das Sandra längst nicht mehr erwartet hatte. „An einem schönen Morgen” von Mia Hansen-Løve (Frankreich 2022) hält beide Bewegungen nebeneinander: den langsamen Abschied und das neue Begehren.

Die Französin Mia Hansen-Løve erzählt aus eigener Erfahrung, ohne daraus ein Drama zu machen: Die Montage fließt ohne Schwarzblenden und ohne erklärende Totalen, Konferenzsäle, Krankenhausflure und Pflegeheime folgen aufeinander wie ein gewöhnlicher Alltag, der einfach zu viel ist. Die Krankheit hat einen Namen, das Benson-Syndrom, aber keine dramaturgische Sonderrolle. Premiere war in der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes 2022, wo der Film das Europa Cinemas Label erhielt; Frankreich schickte ihn ins Oscar-Rennen. Bei Around the World in 14 Films lief „An einem schönen Morgen” 2022 in Berlin in der Sektion Opening Night.

Festival

Gezeigt in der 17. Ausgabe von Around the World in 14 Films, 2022.

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