
- Chile
1976
Synopsis
„1976” von Manuela Martelli (Chile 2022) spielt drei Jahre nach dem Putsch, in einem der blutigsten Jahre der Pinochet-Diktatur. Carmen (Aline Küppenheim), eine bürgerliche Hausfrau aus Santiago, fährt an die Küste, um das Strandhaus der Familie in Las Cruces herzurichten. Der Pfarrer des Ortes bittet sie um Hilfe: Ein junger Mann liegt verletzt in seiner Obhut, und Carmen hat medizinische Kenntnisse und einen Ruf als Wohltäterin. Sie sagt zu. Bald begreift sie, dass Elías (Nicolás Sepúlveda) ein verfolgter Gegner des Regimes ist – und dass sie mit jedem Besuch tiefer in eine Untergrundarbeit gerät, die ihr behütetes, aber unerfülltes Leben aufs Spiel setzt.
Die chilenische Schauspielerin Manuela Martelli inszeniert ihr Regiedebüt, das sie mit Alejandra Moffat geschrieben hat, als historischen Thriller ohne Entladung: Die Bedrohung bleibt Grundton, die Musik hält die Spannung leise und unheimlich, die Kamera beobachtet Carmen von oben und in Spiegelungen, als stünde sie unter Aufsicht. Die Diktatur zeigt sich nicht in Uniformen, sondern in Blicken und Höflichkeiten. Premiere war in der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes 2022; das London Film Festival zeichnete den Film mit dem Sutherland Award für das beste Debüt aus. Bei Around the World in 14 Films lief „1976” 2022 in Berlin.
Festival
Gezeigt in der 17. Ausgabe von Around the World in 14 Films, 2022.
























