Szene aus Sieranevada

Synopsis

Drei Tage nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo” und vierzig Tage nach dem Tod seines Vaters fährt der Arzt Lary (Mimi Brănescu), Anfang vierzig, zur Trauerfeier in die Wohnung seiner Mutter Nușa (Dana Dogaru). Die Familie ist versammelt, der Priester ist bestellt, das Essen steht bereit – und wird nicht gegessen, weil ständig etwas dazwischenkommt: verspätete Gäste, ein ungebetener Eindringling, Familienstreit, alte Kränkungen. Lary sieht sich gezwungen, seine Version der Wahrheit zu erzählen und seinen Platz in dieser Familie neu zu bestimmen. „Sieranevada” (2016) des Rumänen Cristi Puiu spielt fast in Echtzeit und fast ausschließlich in dieser Wohnung.

Cristi Puiu treibt die Mittel des rumänischen Kinos – Realismus, Dauer, Prozess – in 173 Minuten zu neuer Dichte; lange Einstellungen machen die Wohnung zur Bühne einer dunklen Komödie. Der Film lief 2016 im Wettbewerb von Cannes, für Puiu die erste Einladung dorthin, und gewann bei den rumänischen Gopo-Preisen unter anderem als bester Film sowie für Regie und Drehbuch. Bei Around the World in 14 Films lief er 2016 in Berlin in der Sektion Romanian Night.

Festival

Gezeigt in der 11. Ausgabe von Around the World in 14 Films, 2016.

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