Szene aus Neruda

Synopsis

Chile, 1948: Präsident Gabriel González Videla, mit den Stimmen der Kommunisten gewählt, verbietet ihre Partei und lässt ihre Mitglieder verhaften. Der Senator und Dichter Pablo Neruda (Luis Gnecco) verurteilt das öffentlich und muss untertauchen; mit seiner Frau Delia del Carril (Mercedes Morán) wechselt er die Verstecke und streut dabei Gedichtbände als Botschaften an den Widerstand. Auf seine Spur wird der Polizist Óscar Peluchonneau (Gael García Bernal) gesetzt, der den Dichter studiert, um ihn zu verstehen – und ihm doch immer einen Schritt hinterherläuft. „Neruda” (2016) des Chilenen Pablo Larraín erzählt diese Verfolgungsjagd bis in die verschneiten Anden.

Pablo Larraín nennt den Film ein Anti-Biopic: kein Lebensbild, sondern ein Spiel mit dem Kosmos des Dichters, in dem der Verfolger begreifen muss, dass er nur eine Nebenfigur in Nerudas Erzählung ist. Larraín mischt Noir, Roadmovie und schwarze Komödie, schneidet Dialoge über Orte hinweg und macht den Raum zum Teil der Psychologie. Premiere war 2016 in der Quinzaine des Réalisateurs in Cannes; der Film war Chiles Oscar-Kandidat und wurde für den Golden Globe nominiert. Bei Around the World in 14 Films lief er 2016 in Berlin.

Festival

Gezeigt in der 11. Ausgabe von Around the World in 14 Films, 2016.

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