Szene aus Lingui

Synopsis

Am Rand von N’Djamena flicht Amina (Achouackh Abakar Souleymane) aus alten Reifendrähten Öfen, die sie auf der Straße verkauft. Sie zieht ihre Tochter allein groß, gilt in der Nachbarschaft als Frau mit Makel und hält sich mit Arbeit und Gebet über Wasser. Dann erfährt sie, dass die fünfzehnjährige Maria (Rihane Khalil Alio) schwanger ist – und dass die Tochter das Kind nicht will. Im Tschad ist ein Schwangerschaftsabbruch gesetzlich verboten und vom Glauben verurteilt; Ärzte verlangen Summen, die Amina nicht hat. „Lingui” von Mahamat Saleh Haroun, Tschad 2021, folgt Mutter und Tochter durch ein Netz aus Frauen, die einander helfen, wo niemand sonst es tut.

Der Titel bezeichnet die „heiligen Bande”, die eine Gemeinschaft zusammenhalten; Haroun findet sie nicht in den Institutionen, sondern in der Solidarität unter Frauen. Es ist der erste Film des Regisseurs mit weiblichen Hauptfiguren, in klaren, farbstarken Bildern und in 87 Minuten ohne Umweg erzählt. Die Premiere fand 2021 im Wettbewerb von Cannes statt. 2021 lief „Lingui” bei Around the World in 14 Films in Berlin in der Sektion 14 Films Wettbewerb.

Festival

Gezeigt in der 16. Ausgabe von Around the World in 14 Films, 2021.

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