
- Südkorea
GULL
Synopsis
O-bok ist Anfang sechzig und verkauft Fisch auf einem Markt in Seoul, dessen Abriss bevorsteht. Zu Hause bereitet sie die Hochzeit ihrer Tochter vor, sorgt für die demente Mutter und erträgt den trinkenden Mann. Nach einem Fest der Händler wird sie von Gi-taek vergewaltigt, einem Kollegen, der als Vorsitzender des Händlerausschusses den Widerstand gegen die Sanierung anführt. Zunächst schweigt sie. Als sie doch spricht, erfährt sie, dass die Kollegen den Vorfall lieber vertuschen, die Polizei ihr nicht hilft und die Familie mit ihrer Wunde nicht umgehen kann. Kim Mi-jo erzählt in ihrem Debüt „Gull” (Südkorea 2020) von einer Frau, die begreift, dass sie ihre Wut selbst tragen muss.
Die Tat bleibt außerhalb des Bildes; der Film folgt O-bok durch Hitze, Alltag und die langsame Annahme des eigenen Zorns, bis hin zur Bereitschaft, sich zu wehren. „Gull” lief 2020 unter anderem beim Festival von San Sebastián und in der Reihe New Directors/New Films des MoMA in New York. Bei Around the World in 14 Films lief der Film 2020 in Berlin.
Festival
Gezeigt in der 15. Ausgabe von Around the World in 14 Films, 2020.




















