Szene aus Der Masseur

Synopsis

Zhenia (Alec Utgoff) kommt aus der Ukraine, aus der Gegend um Tschernobyl, und steht eines Morgens mit einer Massageliege an der polnischen Grenze. Kurz darauf geht er in einer Siedlung aus gleich aussehenden Villen vor Warschau von Haus zu Haus. Seine Kundschaft – eine erschöpfte Mutter, ein Krebskranker, eine Hundebesitzerin, ein ehemaliger Soldat – überlässt ihm die Rücken und bald die Sorgen. Nach jeder Behandlung finden sie sich für einen Moment in einem verschneiten Wald wieder. Zhenia sagt wenig, hypnotisiert gelegentlich und wird der Nachbarschaft zur Projektionsfläche: Heiler, Geliebter, Fremder. Małgorzata Szumowska und Michał Englert erzählen in „Der Masseur” (Polen 2020) von einer Mittelschicht, die alles hat und sich nach Erlösung sehnt.

Der Film verbindet Satire auf die polnische Vorstadt mit einem Märchen, das sich nicht auflöst; der Originaltitel „Śniegu już nigdy nie będzie” heißt „Es wird nie wieder schneien”. Englert, sonst Szumowskas Kameramann, führte hier erstmals mit Regie. Premiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig 2020; der Film war Polens Kandidat für den Oscar. Bei Around the World in 14 Films lief „Der Masseur” 2020 in Berlin.

Festival

Gezeigt in der 15. Ausgabe von Around the World in 14 Films, 2020.

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