
- Iran
SHIRIN
Synopsis
Ein Kinosaal im Dunkeln. Auf der Leinwand – die wir nie zu sehen bekommen – läuft eine Bühnenfassung von „Chosrau und Schirin”, dem persischen Versepos aus dem zwölften Jahrhundert. Was Abbas Kiarostami in „Shirin” (Iran 2008) zeigt, sind allein die Gesichter der Zuschauerinnen: 114 iranische Theater- und Filmschauspielerinnen und, unter ihnen, Juliette Binoche. Neunzig Minuten lang folgt die Kamera ihren Blicken und Regungen; die Handlung erschließt sich nur über die Tonspur und über das, was sich in den Gesichtern der Frauen spiegelt. Wir hören einen Film, den wir nicht sehen – und sehen Frauen, die ihn sehen.
Kiarostami hat später erzählt, wie der Film entstand: Er filmte die Frauen einzeln in seinem Wohnzimmer und bat sie, auf eine Reihe von Punkten über der Kamera zu blicken. Welchen Film sie „sahen”, wusste er während der Aufnahmen selbst nicht; für „Chosrau und Schirin” entschied er sich erst nach dem Dreh. Premiere hatte „Shirin” 2008 bei den 65. Filmfestspielen von Venedig. 2009 lief der Film bei Around the World in 14 Films in Berlin.
Festival
Gezeigt in der 4. Ausgabe von Around the World in 14 Films, 2009.
















