Szene aus „Fjord“: Eine Familie mit fünf Kindern steht lächelnd an einem kleinen Hafen, dahinter rote und weiße Holzhäuser und schneebedeckte Berge
„Fjord“ von Cristian Mungiu, Film 8 im Wettbewerb 2026Foto: Tudor Panduru / Goodfellas / Alamode Film

Von Chile bis auf die Philippinen – Die 14 Filme im Wettbewerb beim 21. Berliner Weltkino-Festival Around the World in 14 Films

Ein schillerndes Programm voller Highlights und Entdeckungen von den renommierten Festivals in Cannes, Sundance, Locarno und Venedig führt das Publikum auf eine filmische Reise rund um die Welt.

Berlin, 20. Oktober 2026 – Das 21. Weltkinofestival AROUND THE WORLD IN 14 FILMS bietet in seinem diesjährigen Wettbewerb eine diverse, künstlerisch, politisch und erzählerisch faszinierende Auswahl an Filmen, die aus unserer subjektiven Sicht zu den herausragenden Filmen des Jahres zählen. Ein schillerndes Programm voller Highlights und Entdeckungen von den renommierten Festivals in Cannes, Sundance, Locarno und Venedig führt das Publikum auf eine filmische Reise rund um die Welt: von Chile über die USA und Kanada durch Europa nach Ruanda, weiter nach Nepal, China, Korea und Japan bis auf die Philippinen. Bis auf eine einzige Ausnahme sind alle Filme des diesjährigen Programms erstmals in Berlin zu sehen. Begleitet werden die Vorführungen von Filmpatinnen und Filmpaten, die die Werke persönlich präsentieren und einordnen.

Das Line-Up des 14 Filme-Wettbewerbs 2026

Film 1 · Chile · The Meltdown · Regie: Manuela Martelli
Film 2 · USA · If I Go Will They Miss Me · Regie: Walter Thompson-Hernández
Film 3 · Kanada · Tangles – Durcheinander · Regie: Leah Nelson
Film 4 · Québec · Nobody’s Violence · Regie: Denis Côté
Film 5 · Frankreich · La Gradiva · Regie: Marine Atlan
Film 6 · Frankreich/Japan · All Of A Sudden · Regie: Ryusuke Hamaguchi
Film 7 · Deutschland · Objet A · Regie: Ann Oren
Film 8 · Rumänien · Fjord · Regie: Cristian Mungiu
Film 9 · Ruanda · Ben’Imana · Regie: Marie-Clémentine Dusabejambo
Film 10 · Nepal · Elephants In The Fog · Regie: Abinash Bikram Shah
Film 11 · China · A Girl Unknown · Regie: Zou Jing
Film 12 · Korea · Nowhere To Lay My Eyes · Regie: Hong Sangsoo
Film 13 · Japan · Look Back · Regie: Hirokazu Koreeda
Film 14 · Philippinen · Let Us Through, Dear Ancestors · Regie: Lav Diaz

„Wir sind besonders stolz auf die Vielfalt der filmischen Handschriften im diesjährigen Wettbewerb: Junge Talente, die mit TANGLES, LA GRADIVA, ELEPHANTS IN THE FOG oder A GIRL UNKNOWN beeindruckende Debüts vorlegen, stehen neben international gefeierten Regiegrößen wie Cristian Mungiu und Hirokazu Koreeda sowie renommierten Veteranen des Autorenkinos wie Denis Côté oder Lav Diaz. Es ist diese Mischung, aus Neuentdeckung und jüngerer Filmgeschichte, die unser Festival so lebendig macht.“
Susanne Bieger, Künstlerische Leitung

„Der diesjährige Wettbewerb vereint damit auch zahlreiche international bereits ausgezeichnete Produktionen: von Cristian Mungius mit der Goldenen Palme prämiertem FJORD, über den ebenso in Cannes ausgezeichneten ELEPHANTS IN THE FOG und den Caméra-d’Or-Gewinner BEN’IMANA bis zu den in Locarno und Venedig honorierten Werken von Hong Sang-soo, Denis Côté und Hirokazu Koreeda. Wir freuen uns auch auf die Wiederbegegnung mit Regisseur*innen, die ihre Filme bereits bei uns gezeigt haben, wie Manuela Martelli, Ryusuke Hamaguchi und Lav Diaz.“
Bernhard Karl, Künstlerische Leitung

Eine prominent besetzte dreiköpfige Jury, die demnächst bekannt gegeben wird, prämiert einen der 14 Wettbewerbsfilme mit dem BASIS-Berlin-Postproduction-Award, gestiftet von BASIS Berlin. Die feierliche Preisverleihung findet am 05. Dezember im Rahmen der Closing Night im Kino in der Kulturbrauerei statt.

Das Festival AROUND THE WORLD IN 14 FILMS wird von einem starken Netzwerk engagierter Partner unterstützt. Als Premium-Partner engagieren sich beyerdynamic, ARTE und CineStar. Zu den weiteren Partnern zählen unter anderem Dentons, Chest of Wonders, die Yorck-Kinogruppe, die Deutsche Automatenwirtschaft, Bonvivant und Melitta, die gemeinsam dazu beitragen, internationales Kino nach Berlin zu bringen.

Spielstätten sind das CineStar in der KulturBrauerei sowie die Yorck-Kinos delphi LUX und Neues Off. Das Festival findet vom 26.11. bis 06.12.2026 in Berlin statt.

Pressekontakt:
Around the World in 14 Films
Bernhard Karl & Susanne Bieger, Künstlerische Leitung
presse@14films.de

Kurzinhalte aller 14 Filme im Wettbewerb:

Film 1 · Chile · The Meltdown · Regie: Manuela Martelli
Schon in ihrem viel beachteten Debüt „1976“ (bei 14 Films 2022) erzählte Regisseurin Manuela Martelli von den unsichtbaren Spuren der Pinochet-Diktatur. Mit THE MELTDOWN, der in Cannes in der Reihe Un Certain Regard seine Weltpremiere feierte, führt sie diese Arbeit am Gedächtnis einer Nation fort.
www.14films.de/filme/the-meltdown

Film 2 · USA · If I Go Will They Miss Me · Regie: Walter Thompson-Hernández
Ein Blick auf schwarze Lebenswelten, der in seiner Behutsamkeit an Barry Jenkins Meisterwerk MOONLIGHT erinnert. Ein magisch-realistischer Traum von einem Film, der den vertrauten, klischeebeladenen Elendsbildern die Freiheit kindlicher Vorstellungskraft entgegensetzt. Nach der Weltpremiere in Sundance folgten Jurypreise u.a. in Dallas und Bentonville.
www.14films.de/filme/if-i-go-will-they-miss-me

Film 3 · Kanada · Tangles – Durcheinander · Regie: Leah Nelson
Die zahlreichen Alzheimer-Filme der vergangenen Jahre fanden nur selten wirklich überzeugende Bilder für den Prozess des Vergessens. Ganz anders TANGLES - DURCHEINANDER, vielleicht weil der Animationsfilm das konsequenteste Medium dafür sein kann: Ein Strich lässt sich ausradieren. Ein Gesicht kann seine Konturen verlieren, lange bevor der Mensch verschwindet.
www.14films.de/filme/tangles-durcheinander

Film 4 · Québec · Nobody’s Violence · Regie: Denis Côté
In haptisch-flirrenden 16mm-Bildern lässt der Kanadier Denis Côté Miras Welt wie eine düstere Erinnerung erscheinen. Nicht zufällig schrieb Côté das Drehbuch zum Film nach einer lebensbedrohlichen Diagnose. Das Ergebnis ist ein exzentrischer Thriller, der zu einer eigentümlichen Studie über die Freiheit im Angesicht des Todes wird. Ein Film voller Falltüren, der zeigt, warum Denis Côté im Weltkino so unverwechselbar bleibt.
www.14films.de/filme/nobodys-violence

Film 5 · Frankreich · La Gradiva · Regie: Marine Atlan
Dürfen wir vorstellen: Der beste und wichtigste Debütfilm des Jahres! Und ganz nebenbei die Geburt eines funkelnden Regietalents! Marine Atlan macht aus diesem scheinbar harmlosen Schulausflug eine moderne Grand Tour durch die Abgründe des Erwachsenwerdens. Inspiriert von Wilhelm Jensens Novelle GRADIVA, die Sigmund Freud beschäftigte, macht Atlan Neapel zum Schauplatz des Unbewussten: eine Stadt zwischen katholischer Frömmigkeit, erotischer Verheißung und allgegenwärtiger Katastrophe.
www.14films.de/filme/la-gradiva

Film 6 · Frankreich/Japan · All Of A Sudden · Regie: Ryusuke Hamaguchi
Vielleicht ist ja das Zuhören die radikalste Geste des Gegenwartskinos. Und niemand versteht das derzeit besser als der japanische Oscar-Gewinner Ryusuke Hamaguchi, der in seinem neusten Geniestreich in drei genialen Stunden voller Gespräche eine utopische neue Welt erschafft. Ein Meisterwerk der Zärtlichkeit.
www.14films.de/filme/all-of-a-sudden

Film 7 · Deutschland · Objet A · Regie: Ann Oren
Gedreht auf körnigem 16mm, macht Oren aus Händen, Pilzen, Holz und Haut eine sinnliche Welt, in der jede Berührung zum Versprechen wird. Aenne Schwarz und Louis Hofmann spielen dieses Paar mit mutiger körperlicher Hingabe: nackt, verletzlich, wild. Die erotischen Eskapaden werden so zur Trauerarbeit an Dingen, die sich vielleicht längst nicht mehr retten lassen. Wie Oren all das in rauschhaft zwingende Bilder webt, macht OBJET A zu einer der wildesten Seherfahrungen.
www.14films.de/filme/objet-a

Film 8 · Rumänien · Fjord · Regie: Cristian Mungiu
Seit 20 Jahren ist Goldene-Palme-Gewinner Cristian Mungiu (4 MONATE, 3 WOCHEN UND 2 TAGE) die führende Stimme des Neuen Rumänischen Kinos. Mit seiner sechsten Regiearbeit befindet sich der Ausnahme-Filmemacher auf der Höhe seiner Kunst: FJORD ist ein elektrisierendes Meisterwerk, in dem Mungiu vor majestätischer norwegischer Kulisse eine vielschichtige Geschichte entfaltet, die sich einfachen Antworten widersetzt. Erstmals arbeitet er mit internationalen Filmstars zusammen: Die Hauptrollen spielen Sebastian Stan, bekannt als Winter Soldier aus den AVENGERS-Filmen und Oscar-nominiert für THE APPRENTICE, sowie Renate Reinsve, in Cannes gefeiert für DER SCHLIMMSTE MENSCH DER WELT und SENTIMENTAL VALUE.
www.14films.de/filme/fjord

Film 9 · Ruanda · Ben’Imana · Regie: Marie-Clémentine Dusabejambo
Cannes Caméra d’Or -Gewinnerin Marie-Clémentine Dusabejambo erzählt in ihrem Spielfilmdebüt BEN’IMANA von einem Land, das nach Versöhnung sucht und doch mit seinen Toten weiterlebt. Sie entwickelt daraus ein vielstimmiges Frauenporträt, in dem Erinnerung weder Pflicht noch Befreiung allein sein kann. BEN’IMANA verweigert die bequeme Gegenüberstellung von Rache und Versöhnung und findet gerade darin seine bewegende Kraft.
www.14films.de/filme/benimana

Film 10 · Nepal · Elephants In The Fog · Regie: Abinash Bikram Shah
Der Nepalese Abinash Bikram Shah, der bereits an Festival-Hits wie THE BLACK HEN und SHAMBHALA mitschrieb, macht aus einer mystischen Ausgangslage ein zugleich sinnliches und politisches Thrillerdrama. Kameramann Noé Bach taucht den Dschungel in ein feuchtes, sattes Grün; lässt Landschaften im Nebel verschwinden, aus dem die Fackeln der Dorfbewohner wie Feuerzeichen hervorbrechen.
www.14films.de/filme/elephants-in-the-fog

Film 11 · China · A Girl Unknown · Regie: Zou Jing
2026 ist das Jahr der mutigen Debüts: Regiestimmen, die erst noch entdeckt werden wollen und doch schon in ihren ersten Bildern eine erstaunliche Könnerschaft zeigen. Dazu gehört die Chinesin Zou Jing. Ihr Film A GIRL UNKNOWN erzählt von Juan, die in einem Küstendorf der 1980er-Jahre aufwächst, Drachen steigen lässt und sich gerne mit den Jungen rauft. Doch als ihre verwitwete Mutter erneut heiratet und schwanger wird, macht die staatliche Ein-Kind-Politik das Mädchen zum überzähligen Kind.
www.14films.de/filme/a-girl-unknown

Film 12 · Korea · Nowhere To Lay My Eyes · Regie: Hong Sangsoo
Der koreanische Kritikerliebling Hong Sangsoo gehört zu jenen großen Filmemachern, die mit jeder neuen Variation ihres Kinos eine andere Wahrheit entdecken. Sein 35. Spielfilm lebt von scheinbar banalen Alltagsgesprächen, in denen Familiengeschichten verborgen liegen. Aber diesmal öffnet Hong seine vertrauten Räume etwas weiter: Die üppigen Landschaften von Jeju-Island, das Licht, die Wege zwischen den Häusern werden zu Hauptfiguren einer wunderbaren Meditation über das Sehen selbst.
www.14films.de/filme/nowhere-to-lay-my-eyes

Film 13 · Japan · Look Back · Regie: Hirokazu Koreeda
Hirokazu Koreeda verfilmt mit LOOK BACK den Manga von Tatsuki Fujimoto als zärtliches Nachdenken über die Zeit, die Kunst eben kostet, und was sie uns dafür schenkt: Erkenntnis, inneren Frieden vielleicht. Fast wie ein Haiku verdichtet er Gefühle in kleinen Gesten: eine Hand auf Papier, ein gemeinsamer Weg zur Schule. Dabei erzählt LOOK BACK immer auch vom Kino selbst: wie aus einer Linie ein Bild, aus Bildern Bewegung und aus Bewegung Erinnerung wird.
www.14films.de/filme/look-back

Film 14 · Philippinen · Let Us Through, Dear Ancestors · Regie: Lav Diaz
Lav Diaz, der große Chronist der philippinischen Geschichte, setzt nach seinem Film MAGELLAN (bei 14 Films 2025) seine Auseinandersetzung mit den Folgen des Kolonialismus fort. Aber dieses Mal blickt er dabei weniger auf die Eroberer als auf jene, deren Stimmen aus der Geschichte getilgt wurden. In hypnotisch-strengen Schwarzweißbildern, die den Dschungel ebenso mächtig erscheinen lassen wie die Mauern der Kirche, entwirft Diaz ein aufrüttelndes Epos über die Gewalt religiöser Gewissheiten.
www.14films.de/filme/let-us-through-dear-ancestors